„Krank“ und „arm“ – eine schlechte Kombination

Korrespondenz - Seit ca. 2003 beziehe ich Erwerbsminderungsrente und meine Schwerbehinderung beträgt 80 % und den Vermerk „G“.

Meine Rente bewegte sich immer am Rande der Grundsicherung. Aus diesem Grund wurde ich von den Ämtern immer vom Wohngeld in die Grundsicherung und umgekehrt geschoben. Jedes Mal waren eine Menge Papiere auszufüllen. Und immer bedeuteten diese Umstellungen einen Eingriff in meine Privatsphäre. Denn einmal in der Hand des Staates, wurde ich ein gläserner Mensch. …

Seit ca. 1 Jahr bin ich auf Wohnungssuche. (...) Nun soll ich mir eine Wohnung zu einem Satz von 258 € Kaltmiete besorgen, was mit meinen gesundheitlichen Problemen nicht möglich ist. Erkennt das Amt eine teurere Wohnung nicht an, werden die Umzugskosten und bei der Jahresabrechnung evtl. entstehende Nebenkosten, (Heizkosten) nicht übernommen. Ich kenne den Wohnungsmarkt hier sehr gut und weiß, dass die Wohnungen, die infrage kommen, unter 300 € nicht zu finden sind ... Nun soll wieder ein Amtsarzt kommen und bescheinigen, obwohl ich genügend Atteste von meinen Ärzten habe, ob denn ein Umzug überhaupt notwendig ist!

Vielleicht kann der geneigte Leser nun etwas besser verstehen, was ich, bzw. ganz gewiss viele Menschen in Deutschland, mitmachen müssen. (...) Nicht genug, dass der Mensch krank ist, dass er an der Armutsgrenze lebt – und auch bei chronischer Krankheit manchmal bei Medikamenten noch zuzahlen muss! Der Kampf mit den Ämtern ist zermürbend. (...) Gut, wenn der Mensch noch Familie oder Freunde hat! Denn sonst ist er auf verlorenem Posten.

G. Frank, Bergisch Land

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